12.11.2018 / 20 Jahre Lokale Agenda 21 Wien

Ein Lichtsignal gegen das Vergessen

Mehr als 300 Menschen erinnerten am 09. November 2018 an die Zerstörung der Liesinger Synagoge während der Novemberprogrome 1938.

 

80 Jahre nach den schrecklichen Ereignissen wurde der von den Nationalsozialisten zerstörte Atzgersdorfer Tempel wieder sichtbar. Einen Abend lang wurde eine virtuelle Rekonstruktion der ehemaligen Synagoge an das Liesinger Amtshaus und das jetzige Gebäude in der Dirmhirngasse 112 projiziert.

 

Die ehemalige Synagoge in der Dirmhirngasse 112 stand nur wenige Meter vom Zentrum Liesings entfernt und fiel den Ereignissen am 10. November 1938 zum Opfer. Ein von unbekannten Tätern gelegter Brand und mehrere Sprengladungen zerstörten den Atzgersdorfer Tempel. Nach dem Ende der NS-Zeit wurde das Grundstück der israelitischen Kultusgemeinde Wien übertragen, die es veräußerte. Heute befindet sich ein Gebäude der Firma Kerkoc auf dem Gründstück.

 

Im Zuge der Gedenkveranstaltung wurde auch die Lichtskulptur OT, ein geflochtener Davidstern, in der Dirmhirngasse 112 enthüllt. Eine Lichterkette erinnerte an die Ereignisse vor 80 Jahren. Das Projekt 'Lichtzeichen Wien' entstand in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum und der Universität für Angewandte Kunst. Im Jüdischen Museum Wien sind die Rekonstruktionen sämtlicher Wiener Synagogen zu sehen, die während der NS-Zeit zerstört wurden. 

 

Das 'Lichtsignal Synagoge Liesing' war zudem Teil des Jubiläumsprogramms '20 Jahre Lokale Agenda 21 Wien'. 

 

Fotos von (c) Fanny Holter & (c) Thomas Vorstandlechner

Agendagruppe
20 Jahre LA21